
„Rider on the Wheel“ gehört zu den letzten vier Songs, die Nick Drake neun Monate vor seinem Tod aufnahm: 2:38 Minuten, nur Stimme und Gitarre. Auf der Raritätensammlung „Made to Love Magic“ von 2004 eröffnet der Song das Album.
Nick Drake veröffentlichte zu Lebzeiten drei Alben bei Island und starb im November 1974. „Rider on the Wheel“ erschien erst nach seinem Tod: zuerst 1979 als Bonustrack in der Box „Fruit Tree“, 1987 dann auf der Sammlung „Time of No Reply“. „Made to Love Magic“, am 24. Mai 2004 bei Island erschienen, versammelt Demos, alternative Takes und Neuabmischungen und stellt den Song als Stereo-Remaster an Position 1 von 13.
Der Song stammt aus den sogenannten „final four“, den letzten vier Aufnahmen, die Drake nach Angaben von uDiscover Music neun Monate vor seinem Tod versuchte, zusammen mit „Black Eyed Dog“, „Hanging on a Star“ und „Voice from the Mountain“. Laut Wikipedia spielt Drake auf diesen Stücken allein Gesang und Stahlsaitengitarre, weitere Musiker sind für „Rider on the Wheel“ nicht verzeichnet, als Produzent ist Joe Boyd genannt. Die Website The Squire Presents ordnet die vier Stücke als Demos für ein mögliches viertes Album ein, das nie über dieses Stadium hinauskam.
Der Blog Bagging Area beschreibt ein fingergepicktes Gitarrenspiel, nah am Mikrofon aufgenommen, und eine sehr englische, resignierte Stimme. Der Text ist nach dieser Lesart verschlüsselt und kreist um vergehende Zeit, Verlust und Entwurzelung, durchzogen von Bildern wie Rädern, Hunden, Magie und Begegnungen. uDiscover Music hört darin Drakes makelloses akustisches Spiel, verbunden mit verspielten, eigenwilligen Zeilen.
Unter den letzten vier Aufnahmen nimmt „Rider on the Wheel“ eine eigene Rolle ein: uDiscover Music nennt „Hanging on a Star“ und „Black Eyed Dog“ eindringliche, verstörende Zeugnisse von Drakes Können und seiner Krise, während „Rider on the Wheel“ eher für die Verbindung von sicherem Gitarrenspiel und spielerischem Text steht. Rolling Stone zählt den Song zu den Höhepunkten von „Made to Love Magic“ und beschreibt ihn als entspannte Reise. Pennyblackmusic sieht in allen vier Spätaufnahmen dagegen auch Drakes schwindende seelische Verfassung dokumentiert. Für den Autor von Bagging Area ist es schlicht sein liebster Nick-Drake-Song, den er trotz aller Melancholie einfach als Lied hören kann.
Eine Gitarre, eine leise Stimme und eines der letzten Lieder, die Nick Drake aufnehmen konnte.
„Rider on the Wheel“ zeigt Nick Drake kurz vor dem Ende ohne Orchester und ohne Band, nur mit fingergepickter Gitarre und leiser Stimme, und wirkt nach dem, was Rolling Stone und uDiscover Music beschreiben, gelöster als die anderen späten Stücke. Meine Empfehlung: an einem ruhigen Sonntagmorgen hören, dann direkt „Hanging on a Star“ und „Black Eyed Dog“ hinterher, um zu spüren, wie verschieden diese letzten Aufnahmen sind.